Fleischkonsum und seine Folgen

„Vielfalt erleben“ heißt es beim diesjährigen Crossover Festival auch in kulinarischer Hinsicht. Deshalb bieten wir euch neben den Klassikern Bratwurst und Steak auch vegane Speisen an. Aber keine Sorge, mit dem folgenden Artikel wollen wir euch keinesfalls bevormunden. Jeder soll selbst und aus Überzeugung entscheiden, wie er sich verhält. Dennoch wollen wir euch ein paar Fakten über die Folgen der industriellen Tierproduktion vermitteln. Da die Produktion pflanzlicher Lebensmittel im Vergleich zu tierischen prinzipiell viel günstiger ist, bieten wir euch unsere veganen Köstlichkeiten zu einem niedrigeren Preis an, als es üblich ist. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Ressourcenverschwendung, Massentierhaltung und Tierquälerei setzen.

Aufgrund der Komplexität des Themengebietes können in dem nachfolgenden Artikel nur einzelne Fakten angesprochen werden. Um euch jedoch umfangreicher über die Problematik aufzuklären, stellen wir euch kostenloses Infomaterial zu Verfügung. Dieses findet ihr bei unserem veganen Essensstand beim Festival.

Auch wenn der Fleischkonsum in den Industrienationen seit Jahren abnimmt, steigt die globale Nachfrage immer weiter an. Um diesen Bedarf befriedigen zu können, müsste laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) die Produktion von Fleisch bis zum Jahr 2050 von heute 228 auf 463 Millionen Tonnen steigen.[1] Dass das ohne schwerwiegende Folgen nicht möglich ist, bleibt oft unbeachtet. So führt die übermäßige Fleischproduktion nicht nur zu einer Lebensmittelknappheit, sondern verursacht auch Umwelt- und Gesundheitskrisen. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, sind je nach Tierart bis zu 16 kg pflanzlicher Nahrung und 10.000 – 20.000 Liter Wasser notwendig![2] Zudem könnten auf einer Fläche, die benötigt wird, um 1 kg Fleisch zu erzeugen, in der gleichen Zeit 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln angebaut und geerntet werden.[3] Unter dieser enormen Verschwendung von Lebensmitteln leiden vor allem die Menschen in Afrika, Mittel-und Südamerika. „Täglich sterben bis zu 43.000 Kinder an Hunger, während ca. 50% der weltweiten Getreideernte und ca. 90% der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden.“ [4] Dabei könnte die Weltlandwirtschaft ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren, so dass niemand Hunger leiden müsste.[5] Leider ist die Verschwendung von Nahrungsmitteln nicht der einzige Nachteil der fleischorientierten Gesellschaft. Neben dem bereits angesprochenen Landverbrauch, trägt die industrielle Massentierproduktion zu einer Zerstörung der Gewässer, Übersäuerung des Bodens und zu einem Anstieg der klimaschädlichen Treibhausgase bei. Zudem beansprucht sie Unmengen an Wasser. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht den Wasserverbrauch für die Produktion von
1 kg Lebensmittel:[6]

Die Grafik veranschaulicht, dass mit einer zunehmenden Produktion tierischer Lebensmittel weltweit immer mehr Wasser für die Landwirtschaft gebraucht wird. Das Wasser jedoch lebensnotwendig und besonders wichtig für hungernde Menschen ist, wird oft vernachlässigt.

Angesichts der vorliegenden Zahlen und Fakten stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass die Nachfrage nach tierischen Produkten dennoch immer weiter ansteigt. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei der Aspekt des Geldes. „Ein Grund, weshalb die Fleischindustrie immer noch existiert, ist der, dass die Einnahmen aus dem Geschäft privatisiert werden, die Kosten jedoch auf die Allgemeinheit (und somit auf alle Steuerzahler) abgewälzt werden.“ Da es jedoch nicht ausreicht, den Großteil der Kosten der Fleischproduktion durch Steuergelder zu finanzieren, sind finanzielle Interventionen (= Subventionen) notwendig. Diese verfälschen den Markt jedoch so stark, dass es durch sie erst attraktiv wird, Fleisch zu produzieren.[7] Deswegen wollen wir euch zum nachdenken anregen, indem wir das reale Gleichgewicht am Markt wiederherstellen. Aus diesem Grund subventionieren wir dieses Jahr vegetarisches/ veganes Essen auf dem Festival durch einen niedrigeren Preis, als er momentan bei der Beschaffung realisierbar ist.

Für eine vegetarische Ernährung entscheiden sich laut Berechnungen des Vegetarierbundes (VEBU) pro Woche durchschnittlich 4000 Menschen in Deutschland. Dabei unterscheidet man folgende Formen des Vegetarismus:[8]

Egal für welche Form des Vegetarismus man sich entscheidet, muss auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden (siehe Ernährungspyramide). „Studien mit vegan lebenden Menschen (…) zeigen, dass VeganerInnen im Durchschnitt deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatus allgemein liegen häufiger im Normalbereich.“[9]

Das zeigt, das eine vegetarische / vegane Ernährung nicht nur für die Welt in der wir leben, sondern auch für den eigenen Körper eine gute und nachhaltige Lebensform ist.

Quellenangabe:
[1] http://www.agrarheute.com/fleischproduktion
[2], [4], [5] Broschüre: „Warum Veggie?“; herausgegeben von Peta Kids
[3], [6], [7] Bericht: „Ökologische Folgen des Fleischkonsums“; herausgegeben von der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV) – www.vegetarismus.ch
[8] http://www.vebu.de/einstieg/vegetarische-ernaehrungsformen
[9] Broschüre: „Vegan“; herausgegeben von Dr. med. Ernst Walter Henrich – www.provegan.de

weiterführende Links:
www.donnerstag-veggietag.de/
www.peta.de/
www.provegan.info/
www.rezepte-vegan.de/
www.veganguerilla.de/
www.vegetarische-rezepte.com/index.php

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