Selbstverständnis

Auch in diesem Jahr heißt es beim Crossover wieder:

Vielfalt erleben, Vielfalt leben…!

Dieses Selbstverständnis entstand in mehreren Diskussionsrunden, den sogannten Brennpunktthemenzirkeln, im Vorfeld des Crossover Festivals #11. Unsere Grundhaltung hat sich seitdem nicht geändert und wird, bis auf einige wenige, inhaltlich nicht schwerwiegende, Änderungen bestehen bleiben.

Auf dem Crossover Festival ist Jede_r willkommen. Wir kümmern uns nicht darum, wo Du geboren wurdest, wer Deine Vorfahren sind oder welche Hautfarbe Du hast. Uns ist wichtig, dass Du hier bist und Spaß hast. Wir wünschen uns von Dir, dass Du unseren anderen Gästen die gleiche Einstellung entgegenbringst. Hier ist kein Platz für Rassismus.

Bist Du eine Frau? Ein Mann? Oder willst Du Dich überhaupt nicht auf eins der beiden Geschlechter festlegen? Ganz egal. Du bist hier, so wie Du bist und Dich selbst siehst, genau richtig. Liebst Du Menschen vom gleichen oder vom anderen Geschlecht? Das ist ganz allein Deine Entscheidung und die ist absolut richtig. Wir wünschen uns von Dir, dass du unseren anderen Gästen die gleiche Einstellung entgegenbringst. Hier ist kein Platz für Sexismus und Homophobie.

Glaubst Du an Gott oder eine andere höhere Macht, an Aliens, Einhörner oder einfach an nichts? Religion und Glaube sind etwas sehr Persönliches. Wir respektieren Deinen Glauben (oder Nichtglauben), auch wenn wir ihn vielleicht nicht teilen. Bitte respektiere auch Du den Glauben (oder Nichtglauben) der anderen Gäste. Hier ist kein Platz für Religionsfeindlichkeit (darunter zählt für uns auch Islamophobie und Antisemitismus).

Siehst Du Dich selbst als Deutsche_r? Bist Du stolz auf „Dein“ Land, „Deine“ Heimat? Wenn ja, warum eigentlich? Für uns ist es reiner Zufall gerade hier geboren zu sein- kein Verdienst! Es gibt so vieles, auf was Du stolz sein kannst! Zum Beispiel Dinge, die Du allein geschafft hast, zusammen mit Freund_innen oder im Team, da brauchst Du doch kein Fleckchen Erde, mit imaginären Grenzen irgendwo auf einem Stück Papier. Grenzen trennen Menschen, schaffen ein „Wir“ hier drinnen und ein „Die“ da draußen. Das ist nicht in unserem Sinn, deshalb ist hier kein Platz für Nationalismus und Patriotismus.

Du suchst den Bratwurststand, hast Lust auf ein schönes, saftiges Steak? Zu Deinem Bedauern wirst Du an den Essensständen kein Fleisch finden. Wir wollen Dir den Fleischkonsum nicht verbieten, wir wollen Dich viel mehr einladen, Neues zu entdecken und die kulinarischen Freuden der vegetarischen und veganen Küche zu erleben. Es gibt gute Gründe auf Fleisch zu verzichten und sich vegetarisch und vegan zu ernähren. Wenn Dich das Thema interessiert, sprich gern die Menschen an den Essensständen an.

Für viele Menschen gehört zum Fest der Rausch. Ob Du Dich nun ganz legal mit Alkohol und Koffein oder mit illegalen Substanzen berauschst, liegt zu aller erst in deiner persönlichen Verantwortung. Uns ist wichtig, dass Du Deine Grenzen kennst und verantwortungsvoll konsumierst. Ein Festival ist kein Ort, der sich für Experimente („Wie viel schaffe ich?“, Mischkonsum, neue Substanzen) eignet. Pass auf Deine Freund_innen auf, genauso wie Du diese bitten solltest, auf Dich Acht zu geben. Nimm Rücksicht auf Deine Mitmenschen, rauche bitte nicht in den Zelten und wirf Deine Kippen nicht achtlos in die Gegend. Wenn Du auf illegale Substanzen nicht verzichten möchtest oder kannst, sei Dir bewusst, dass Dir das Ärger mit der Staatsmacht einbringen kann. Konsumiere bitte so, dass keine anderen gefährdet werden. Lass nichts liegen und überrede niemanden, „mal was auszuprobieren“. Ganz wichtig ist uns auch zu betonen, dass, wenn Du Dich berauschst, Du bitte Dein Auto, Moped, etc. stehen lässt. Lass Dich von nüchternen Menschen heimbringen oder gehe zu Fuß. Fahre auch nicht bei Menschen mit, bei denen Du Dir nicht sicher bist, ob diese wirklich noch fahren sollten/können. Sollte es Dir nach Deinem Konsum, von was auch immer, schlecht gehen, dann lass Dir unbedingt von der Security und/oder Ärzt_innen helfen.

Auf dem Festival sollen sich alle Menschen wie zu Hause fühlen. Dazu gehört auch, keine Angst vor Übergriffen und Gewalt haben zu müssen. Wenn viele Menschen auf einem überschaubaren Ort zusammen kommen, dann entstehen immer wieder Situationen, bei denen es zu Missverständnissen kommt oder sich jemand provoziert fühlt. Am Besten atmest Du dann erst einmal tief durch und entspannst die Situation mit einem Lächeln. Wenn das nicht hilft, oder Du Dich anderweitig bedroht fühlst, weil beispielsweise jemand Dein „NEIN“ oder „STOP“ nicht akzeptiert/respektiert, dann wende Dich immer an die Security, die Orga-Crew oder die Menschen an den Ständen; dort erhältst Du Hilfe.

Wenn Du Zeug_in von Gewalt jeglicher Art geworden bist, auch Worte können verletzen, dann spiele bitte nicht Held_in. Unsere Security ist genau für solche Situationen da. Diese sind geschult in Konfliktlösung, hilf ihnen, indem Du sie auf brenzlige Situationen aufmerksam machst.

Mit den oben genannten Punkten haben wir eine gute Grundlage für ein gemeinsames Fest, auf dem Du und natürlich auch die anderen Gäste, keine Angst vor Diskriminierung haben müssen. Wie Du siehst, haben menschenverachtende Einstellungen keinen Platz auf dem Crossover Festival. Deshalb haben offensichtliche Nazis, also Leute die rechtsradikale Parteien wählen und unterstützen, in diesen Mitglied sind, sich von diesen zur Wahl aufstellen lassen sowie Leute die sich anderen rechten Gruppierungen, Vereinen oder Bünden zugehörig fühlen, hier keinen Platz. Gleiches gilt für all jene, die die oben genannten Punkte nicht unterstützen und akzeptieren, diese als „Gutmenschentum“ abtun und schon damit ein diskriminierungsfreies Miteinander verhindern. Diese werden von uns konsequent dem Festival verwiesen bzw. wird ihnen der Zutritt verwehrt.

Wir hoffen auf eine tolle gemeinsame Zeit, in der Lebensfreude, tolerantes Miteinander und Vielfalt im Mittelpunkt stehen. Genieße die Freiheiten, die das Festival Dir bietet, sei Dir aber auch bewusst, dass Deine Freiheit genau dort endet, wo sie die Freiheit eines anderen Menschen einschränkt.

Dein Crossover Orga Team

Eintritt frei…

…wird es auch bei diesem Crossover Festival heißen. Kein Mensch soll auf Grund seiner finanziellen Möglichkeiten ausgeschlossen werden. Weiterhin wollen wir damit ein sichtbares Zeichen gegen die Kommerzialisierung im kulturellen Bereich setzen.

Wir wollen eine Bereicherung des kulturellen Angebotes im Landkreis Leipzig sein.